Schwangerschaft und Stillzeit sind für (werdende) Mütter eine riesige körperliche Herausforderung. In dieser Zeit kommt der Ernährung eine tragende Rolle zu. Der Bedarf der Mutter an Zink, dem essentielles Spurenelement, steigt in dieser Zeit. Daher gehören schwangere und stillende Frauen auch zu den Risikogruppen für Zinkmangel.

WARUM IST ZINK IN DER SCHWANGERSCHAFT WICHTIG?

Zink ist unverzichtbar für Zellwachstum, -differenzierung und -stoffwechsel, es ist für unseren Körper lebenswichtig. Das Spurenelement hat großen Einfluss auf viele verschiedene Stoffwechselprozesse. Ohne Zink könnte das Immunsystem nicht richtig funktionieren. Es lässt Wunden heilen und verstoffwechselt Kohlenhydrate und Fette.

In den Monaten der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit ist der Bedarf an Zink erhöht und somit das Risiko eines Zinkmangels größer. In diesem Fall reicht eine Ernährungsumstellung oftmals nicht aus. Betroffene sollten ein hochwertiges Zink-Präparat einnehmen.

  • Wachstum

    Während der Schwangerschaft ist das Wachstum enorm. Schließlich entsteht aus einer Eizelle in wenigen Monaten ein kompletter Mensch. Bildlich gesprochen: Aus einer einzigen Zelle – der Eizelle – entsteht ein höchst komplexer, menschlicher Organismus.

  • Zelldifferenzierung

    Die Zelldifferenzierung ist Teil dieses erstaunlichen Vorgangs. Mit Zelldifferenzierung ist vereinfacht formuliert die Spezialisierung von Zellen gemeint. Beispielhaft (und stark vereinfacht) formuliert könnte man sagen, aus einer simplen Zelle wird eine Gehirnzelle oder eine Leberzelle. Die Zelle übernimmt eine spezielle Aufgabe und wird sich fortan als solche reproduzieren. Bei der Vielzahl von menschlichen Organen ist es leicht vorstellbar, wie häufig sich Zellen im Laufe der Entwicklung eines menschlichen Organismus differenzieren.

  • Stoffwechsel

    Der Stoffwechsel ist während der Schwangerschaft erhöht. Besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft zeigt sich das auch in einem realen Mehrbedarf an Kalorien. Das können am Tag bis zu 300 kcal zusätzlich sein. Diese wollen natürlich auch verdaut werden. Hinzu kommt, dass viele Frauen während der Schwangerschaft einen gesteigerten Appetit verspüren. Die damit einhergehenden zusätzlichen Kalorien sind zwar nicht (über-) lebensnotwendig, tragen aber auch zu einem erhöhten Stoffwechsel bei.

Zusammengefasst: Wachstum, Zelldifferenzierung und Stoffwechsel finden während der Schwangerschaft verstärkt statt. Zink spielt bei allen drei Vorgängen eine große Rolle. Daher steigt der Zinkbedarf in der Schwangerschaft an. Die Zinkversorgung sollte unbedingt sichergestellt werden.

WARUM IST ZINK IN DER STILLZEIT WICHTIG?

Wenn ein Baby ausschließlich gestillt und nicht mit weiteren Nahrungsmitteln oder Präparaten versorgt wird, ist die Muttermilch die einzige Nahrungsquelle. Somit müssen alle wertvollen Nährstoffe und Spurenelemente in ausreichender Quantität in der Muttermilch vorhanden sein. Dazu zählt neben Jod, Eisen und Folsäure auch Zink. Die Mutter verliert während des Stillens ca. 1,7 Milligramm Zink am Tag. Das Neugeborene braucht dieses Zink für das Wachstum und Blutbildung. Beides findet in den ersten Monaten rasant statt, wie jede Mutter aus eigener Erfahrung weiß.
Wie wichtig Zink für das Wachstum von Kindern (vor der Pubertät) ist, zeigen auch eine Studien. Denn Zink ist (wie in der Schwangerschaft), für die Zelldifferenzierung und den Stoffwechsel wichtig. Die Zinkversorgung kann während der Stillzeit ausschließlich über die Muttermilch erfolgen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt das Stillen für einen Zeitraum von sechs Monaten. Es ist also wichtig, dass die Mütter über einen ausreichend hohen Zinkspiegel verfügen und so das Baby in ausreichender Menge mit dem Spurenelement versorgen.

Es gibt eine Reihe bekannter und guter Gründe, warum eine ausreichende Versorgung der stillenden Mutter mit Zink wichtig ist. Eine Studie des Instituts für Präventivmedizin in Kopenhagen deutet auf einen Zusammenhang zwischen der Stillzeit und dem Intelligenzquotienten hin. Wenn sie zwischen sieben und neun Monaten gestillt wurde, hatten die 18-Jährigen einen höheren Intelligenzquotienten. Voraussetzung ist, dass die Qualität der Muttermilch stimmt. Zink gehört neben Jod, Eisen und Folsäure zu den wichtigen Bestandteilen. Die Studienzusammenfassung ist unter dem Stichwort Schwangerschaft im Glossar abrufbar.

Zusammengefasst: In der Stillzeit ist die Muttermilch die einzige Nahrungsquelle für das Neugeborene. Es ist also extrem wichtig, dass die Zusammensetzung der Muttermilch hochwertig ist. Umso gesünder die Ernährung der Mutter, desto besser kann sich das Neugeborene entwickeln.