Hier finden Sie das aktuelle Medizin-Telegramm mit Nachrichten aus Gesundheit und Medizin.

Medizin-Telegramm Juni 2019

Die Rolle von Zink im endokrinen System

Die Effekte von Zink sind vielfältig. Das essentielle Spurenelement spielt eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung der Zellmembranintegrität, dem Protein-Kohlenhydrat-Lipid-Stoffwechsel, für das Immunsystem, die Wundheilung, Wachstum, Entwicklung und den Hormonstoffwechsel. Wachstumsstörungen, Hypogonadismus und einige endokrine Erkrankungen werden mit einem Zinkmangel assoziiert.

Zink erhöht die Synthese von Wachstumshormonen und ihre Rezeptoranzahl. Viel Zink findet sich im Pankreasgewebe. Das Spurenelement ist wichtig für die Regulierung der Insulinwirkung und den Schilddrüsenhormonstoffwechsel, d. h. für die Hormonsynthese, die Rezeptoraktivität, die Konversion von T4 zu T3 und für die Produktion von Trägerproteinen. Niedrige Zink- und hohe Leptinwerte bei adipösen Personen weisen auf eine wesentliche Beziehung zwischen Zink und Leptin hin. Zink ist zudem mit der Enzymaktivität der Melatoninsynthese verbunden. Melatonin wirkt regulatorisch auf die Zinkaufnahme im Gastrointestinaltrakt. Ferner beeinflusst Zink teilweise die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron, denn die 5α-Reduktase, die in diese Umwandlung involviert ist, ist ein zinkabhängiges Enzym.

(Baltaci AK, Mogulkoc R, Baltaci SB: Review: The role of zinc in the endocrine system. Pak J Pharm Sci. 2019 Jan;32(1):231-239)

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Suboptimaler Selenstatus als Risikofaktor für Darmkrebs

66 Forscher aus Europa, Amerika und Malaysia haben herausgefunden, dass genetische Variationen des Selenoproteins alleine oder in Kombination mit suboptimalen Selenwerten das Darmkrebsrisiko erhöhen. Sie untersuchten 1.420 Personen mit kolorektalen Tumoren und 1.421 Kontrollpersonen aus der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie.

(Fedirko V, Jenab M, Méplan C et al.: Association of selenoprotein and selenium pathway genotypes with risk of colorectal cancer and interaction with selenium status. Nutrients. 2019 Apr 25;11(4).

Assoziation zwischen niedrigen Vitamin D-Werten und geringerer Überlebenszeit nach Darmkrebs-OP

Bei 92 Darmkrebspatienten, die sich einer Tumorresektion unterziehen mussten, wurden die Plasma 25-OH-D- und CRP-Werte bestimmt. Die Operationen führten zu einem Abfall der zirkulierenden 25-OH-D- Konzentrationen. Der Plasma-25-OH-DWert erwies sich als prognostischer Biomarker, d. h. niedrige 25-OH-D-Spiegel waren, unabhängig von der systemischen Entzündungsantwort, mit einer geringeren Überlebenszeit verbunden, besonders bei Patienten mit einem bestimmten Genotyp. Die Resultate bieten überzeugende Gründe für eine randomisierte Studie, in der nach der Tumorresektion eine Vitamin D-Supplementierung erfolgen sollte.

(Vaughan-Shaw PG, Zgaga L, Ooi LY et al.: Low plasma vitamin D is associated with adverse colorectal cancer survival after surgical resection, independent of systemic inflammatory response. Gut. 2019 Apr 25. doi: 10.1136/gutjnl-2018-317922)

Bromelain nach operativer Weisheitszahnentfernung

Bromelain ist eine aus der Ananas isolierte Cysteinprotease mit einer Reihe an biologischen Eigenschaften inkl. Hemmung der Thromobozytenaggregation und antiinflammatorischen Effekten. Laut einer brasilianischen systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus 6 randomisierten klinischen Studien hat Bromelain vorteilhafte Effekte bei Patienten nach einer Weisheitszahnoperation, d. h. durch die Einnahme reduzierten sich die Schmerzen und die Lebensqualität der Betroffenen verbesserte sich.

(Mendes ML, do Nascimento-Júnior EM, Reinheimer DM et al.: Efficacy of proteolytic enzyme bromelain on health outcomes after third molar surgery. Systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. Med Oral Patol Oral Cir Bucal. 2019 Jan 1;24(1):e61-e69)

Soja-Isoflavone in der integrativen Onkologie

Sojakonsum ist mit einer verminderten Inzidenz verschiedener Krebsarten verbunden. Dies deutet auf eine potenzielle Rolle von Sojaprodukten zur Krebsprävention und -kontrolle hin. Ferner liegen konkrete Literaturhinweise vor, dass eine Supplementierung von Soja die Wirksamkeit der Chemound Strahlentherapie verbessern und deren Nebenwirkungen verhindern kann. Isoflavone sind die vorherrschenden bioaktiven Anti-Krebsbestandteile in Soja. Genistein, welches das häufigste und aktivste Isoflavon in Soja ist, hat zahlreiche Effekte auf Krebszellen, inkl. der Inhibierung der NF-kB-Aktivierung und DNA-Methylierung, Verbesserung der Histonacetylierung, Hemmung des Zellwachstums und der Metastasierung sowie antiangiogene, antiinflammatorische und antioxidative Wirkungen. Isoflavone sind oral bioverfügbar, werden leicht metabolisiert und gewöhnlich als sicher betrachtet.

(Sahin I, Bilir B, Ali S et al.: Soy isoflavones in integrative oncology: Increased efficacy and decreased toxicity of cancer therapy. Integr Cancer Ther. 2019 Jan-Dec;18:1534735419835310)

Gestörter Homocysteinstoffwechsel wird mit Krebs etc. assoziiert

Bei gesunden Personen liegt die Homocystein-Konzentration im Plasma zwischen 5 bis 15 μmol/L, während sie bei hyperhomocysteinämischen Patienten bis zu 500 μmol/L betragen kann. Erhöhte Homocysteinwerte können Osteoporose und eine Verschiebung der Augenlinse verursachen. Hohe Homocysteinspiegel sind am ehesten mit kardiovaskulären Komplikationen assoziiert. Neueste Erkenntnisse haben gezeigt, dass erhöhte Plasma-Homocysteinlevel auch eine grundlegende Ursache für neurodegenerative Erkrankungen (inkl. Alzheimer, anderen Demenzformen, Parkinson), Diabetes, das Down-Syndrom und die megaloblastäre Anämie etc. sind. Erhöhte Plasma-Homocysteinwerte werden zudem mit Krebserkrankungen assoziiert. Folsäure sowie die Vitamine B6 und B12 tragen zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei.

(Hasan T, Arora R, Bansal AK et al.: Disturbed homocysteine metabolism is associated with cancer. Exp Mol Med. 2019 Feb 21;51(2):21)