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Medizin-Telegramm Mai 2018

Magnesium und Herzgesundheit

Weil die Magnesium-Konzentration im Serum nicht das intrazelluläre Magnesium reflektiert, das 99 % des gesamten Magnesiums im Körper aus-macht, bleibt ein Magnesiummangel häufig unentdeckt. Ferner hat eine breite Mehrheit in den Industriestaaten aufgrund von chronischen Erkrankungen, Medikamenten, reduzierten Magnesiumgehalten in Nutzpflanzen und wegen des verbreiteten Konsums verarbeiteter Nahrungs-mittel, ein Risiko für Magnesiumdefizite. Gleich 3 Arbeiten aus diesem Jahr deuten auf die große Bedeutung von Magnesium für die Herzgesundheit hin. Bereits ein subklinischer Magnesiummangel erhöht das Risiko für diverse kardiovaskuläre Krankheiten.

Eine spanische Übersichtsarbeit weist auf  vor-teilhafte Assoziationen zwischen einer höheren Magnesium-Zufuhr und den wichtigsten kardio-vaskulären Risikofaktoren (metabolisches Syndrom, Diabetes und Bluthochdruck) sowie Schlaganfällen und kardiovaskulären Erkrank-ungen hin. Höhere Konzentrationen an zirku-lierendem Magnesium senken die Gefahr für kardiovaskuläre Krankheiten, hauptsächlich ischämischen und koronaren Herzerkrankungen.

In einer niederländischen Kohortenstudie mit Typ-2-Diabetikern waren eine höhere Magnesium-aufnahme, eine höhere 24-stündige Magnesium-Ausscheidung über den Urin und höhere Plasma-Magnesiumwerte mit einer geringeren Prävalenz koronarer Herzerkrankungen assoziiert.

Magnesium ist zudem wichtig für die Aktivierung von Vitamin D. Alle Enzyme, die Vitamin D verstoffwechseln, scheinen Magnesium zu benötigen, das als Cofaktor enzymatischer Reaktionen in der Leber und den Nieren fungiert. Liegt eines dieser Vitalstoffe defizitär vor, sind diverse Störungen die Folge, wie Skelett-deformitäten, kardiovaskuläre Erkrankungen und das metabolische Syndrom. Daher ist eine Sicherstellung der empfohlenen Zufuhrmenge an Magnesium essentiell, um einen optimalen Nutzen von Vitamin D zu erhalten.

(DiNicolantonio JJ, O’Keefe JH, Wilson W: Subclinical magnesium deficiency: A principal driver of cardiovascular disease and a public health crisis. Open Heart. 2018 Jan 13;5(1):e000668)

(Rosique-Esteban N, Guasch-Ferré M, Hernández-Alonso P et al.: Dietary magnesium and cardiovascular disease: A review with emphasis in epidemiological studies. Nutrients. 2018 Feb 1;10(2).

(Gant CM, Soedamah-Muthu SS, Binnenmars SH et al.: Higher dietary magnesium intake and higher magnesium status are associated with lower prevalence of coronary heart disease in patients with Type 2 Diabetes. Nutrients. 2018 Mar 5;10(3).

(Uwitonze AM, Razzaque MS: Role of magnesium in vitamin D activation and function. J Am Osteopath Assoc. 2018 Mar 1;118(3):181-189)

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Höhere Vitamin D-Werte mit geringerem Krebsrisiko assoziiert

Dies hat eine umfangreiche, prospektive, japanische Studie ergeben. Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass Vitamin D protektive Effekte auf viele Krebserkrankungen hat.

(Budhathoki S, Hidaka A, Yamaji T et al.: Plasma 25-hydroxyvitamin D concentration and subsequent risk of total and site specific cancers in Japanese population: large case-cohort study within Japan public health center-based prospective study cohort. BMJ 2018; 360:k671, publ. 07 March 2018)

Antihypertonika beeinflussen oft die Zinkhomöostase

Eine polnische Studie mit 98 Probanden hat ergeben, dass sich durch eine antihypertensive Monotherapie, die Zinkkonzentrationen im Serum und in den Erythrozyten verringern, während die Zinkwerte im Urin ansteigen. Zudem reduzierten sich die CAT (Katalase) und SOD (Superoxiddismutase)-Aktivität sowie die TNF-α-Konzentration im Serum, während die NO (Stickstoffmonoxid)-Spiegel im Serum zunahmen. Durch eine höhere Zink-Zufuhr verminderten sich die Glukosespiegel im Serum. Fazit: Antihypertonika beeinträchtigen den Zinkstatus bei neu diagnostizierten Bluthochdruckpatienten. Eine antihypertensive Monotherapie, kombiniert mit einer verstärkten Zinkzufuhr über die Ernährung oder durch entsprechende Präparate, beeinflusst die Zinkhomöostase günstig und reguliert den Glukosestatus, ohne den Blutdruck von Hochdruckpatienten negativ zu beeinflussen.

(Suliburska J, Skrypnik K, Szulińska M et al.: Effect of hypotensive therapy combined with modified diet or zinc supplementation on biochemical parameters and mineral status in hypertensive patients. J Trace Elem Med Bio. 2018 May;47:140-148)

 Curcumin und chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Der Gelbwurz (Curcuma longa) werden antiinflammatorische und antioxidative Eigenschaften attestiert. Verantwortlich dafür sollen die darin enthaltenen Curcuminoide sein. Laut einer brasilianischen Übersichtsarbeit reduziert Curcumin oxidativen Stress und inhibiert die Migration von neutrophilen Granulozyten sowie die induzierbare Stickstoffmonoxidsynthase im Darm. Es soll zudem Mikro- und Makroläsionen lindern können, die Apoptose intestinaler Zellen verhindern und die Wiederherstellung der mitogen-aktivierten Proteinkinase-Immunreaktion induzieren. Da die Inzidenz von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in vielen Populationen steigt, ist es dringend notwendig ein geeignetes und erschwingliches Mittel zu finden, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Denn die Standardmedikamente sind teuer und haben viele Nebenwirkungen. Der Einsatz von Curcumin ist dagegen preiswert, effizient und nicht mit Nebenwirkungen verbunden. Daher könnte es möglicherweise ein Adjuvans zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen werden.

(Neto FC, Marton LT, de Marqui SV et al.: Curcuminoids from Curcuma longa: New adjuvants for the treatment of Crohn’s disease and ulcerative colitis? Crit Rev Food Sci Nutr. 2018 Mar 22:1-36)

Alpha-Liponsäure bei schmerzhafter diabetischer Neuropathie

In einer griechischen Studie nahmen 72 Patienten mit schmerzvoller diabetischer Neuropathie täglich, über einen Zeitraum von 40 Tagen 600 mg α-Liponsäure ein. Dadurch verbesserten sich die neuropathischen Symptome, die Triglyzeridwerte und die Lebensqualität der Probanden. Die Hälfte der Studienteilnehmer bewerteten ihren Gesund-heitsstatus als “sehr viel besser” oder “viel besser”, verglichen mit dem Ausgangszustand.

(Agathos E, Tentolouris A, Eleftheriadou I et al.: Effect of α-lipoic acid on symptoms and quality of life in patients with painful diabetic neuropathy. J Int Med Res. 2018 Jan 1:300060518756540)