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Medizin-Telegramm August 2017

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren und akute venöse Thromboembolien

Bestimmte mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFAs) wirken an verschiedenen biologischen Vorgängen mit, die mit der Pathogenese venöser Thromboembolien (VTE) verbunden sind, ein-schließlich Entzündung, endothelialer Dysfunktion und Hyperkoagulabilität. In einer Studie wurden die Serum-PUFA-Spiegel von 45 Patienten mit akuter VTE und 37 gesunden Kontrollpersonen bestimmt. Patienten mit VTE zeigten signifikant höhere Arachidonsäure (AA)- und niedrigere EPA-Werte sowie einen geringeren EPA/AA-Quotienten als die Kontrollpersonen. AA erwies sich als unabhängiger Marker für eine VTE. Besonders jüngere Patienten mit VTE hatten signifikant niedrigere EPA/AA-Konzentrationen als ihre altersentsprechenden Kontrollen, während ältere VTE-Patienten signifkant höhere AA/DGLA (Dihomogammalinolen-Säure)-Werte aufwiesen als ihre altersentsprechenden Kontrollen. Fazit: Hohe Serum-AA-Spiegel und niedrige EPA-Level sind mit der Entwicklung einer akuten VTE assoziiert. Dies deutet darauf hin, dass ein Ungleichgewicht der PUFAs, ein mögliches therapeutisches An-griffsziel sein könnte, um akute VTE zu verhin-dern.

(Hiki M, Miyazaki, T, Shimada K et al.: Significance of serum polyunsaturated fatty acid level imbalance in patients with acute venous thromboembolism. J Atheroscler Thromb. 2017 Mar 24. doi: 10.5551/jat.37424)

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Vitamin D-Mangel und psychische Erkrankungen

An einer serbischen Querschnittsstudie nahmen insgesamt 220 Männer und Frauen im Alter von 19-81 Jahren teil, die an vielfältigen psychischen Erkrankungen litten und ambulant sowie stationär behandelt wurden. 140 Patienten (64 %) hatten ein Vitamin D-Defizit (< 12 ng/mL) und 45 (20 %) wiesen unzureichende Vitamin D-Serum-Werte auf (12-20 ng/mL). Nur bei 35 Probanden (16 %) waren die Vitamin D-Konzentrationen im Serum ausreichend (> 20 ng/mL). Fazit: Patienten mit psychischen Störungen haben ein hohes Vitamin D-Mangel-Risiko, besonders Frauen, Patienten, die das atypische Neuroleptikum Clozapin einnehmen sowie die, die sich nicht genug körperlich betätigen oder schlechte Ernährungsgewohnheiten haben.

(Ristic S, Zivanovic S, Milovanovic DR, et al.: Vitamin D deficiency and associated factors in patients with mental disorders treated in routine practice. J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo). 2017;63(2):85-95)

Zink verbessert die Insulinresistenz

In den ß- und α-Zellen des Pankreas hat Zink bestimmte Funktionen in der Biochemie des  Insulins und Glukagons.(Maret W.: Zinc in pancreatic islet biology, insulin sensitivity and diabetes. Prev Nutr Food Sci. 2017 Mar;22(1):1-8.

Zink ist ein wichtiger Mikronährstoff, der die Insulinsekretion stimuliert und die Insulin-empfindlichkeit erhöht. Eine systematische Übersichtsarbeit brasilianischer Forscher, in die 6 klinische Studien eingeflossen sind, zeigt, dass eine Supplementierung mit Zink, die Insulinresistenz bei adipösen Männern und Frauen verbessert.

(Cruz KJ, Morais JB, de Oliveira AR et al.:

The effect of zinc supplementation on insulin resistance in obese subjects: A systematic review. Biol Trace Elem Res. 2017 Apr;176(2):239-243)

Oxidativer Stress ist eine metabolische Dys-funktion, die zu Zell- und Gewebeschäden beiträgt und damit zur Entwicklung einiger chronischer Erkrankungen. Die Literatur liefert starke Evidenz dafür, dass Zink antioxidativ wirkt und daher vor oxidativem Stress bei einigen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Fettleibigkeit und Krebs schützt.

(Marreiro DD, Cruz KJ, Morais JB, et al.: Zinc and oxidative stress: Current mechanisms. Antioxidants (Basel). 2017 Mar 29;6(2).

Folgen einer ernährungsbedingten gering-gradigen metabolischen Azidose

Die geringgradige metabolische Azidose ist ein Zustand, der durch eine leichte Abnahme des Blut-pH-Wertes innerhalb des Bereichs, der als normal betrachtet wird, gekennzeichnet ist. Die Ernährung ist einer der Haupteinflussfaktoren. Die westliche Ernährungsweise mit einem exzessiven Konsum an Säurebildnern (Phosphor- und tierische Protein-quellen) und wenig Basenbildnern (Kalium-Kalzium- und Magnesiumquellen) wirkt sich nachteilig auf den Säure-Basen-Haushalt aus. Wenn dieser Zustand über einen längeren, gar chronischen Zeitraum besteht, begünstigt diese geringgradige metabolische Azidose v. a. die Bildung von Nierensteinen, eine reduzierte Knochenmineraldichte sowie einen Verlust der Muskelmasse und führt zu einem erhöhten Risiko chronischer Erkrankungen wie z. B. Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und der nicht alkoho-

lisch-bedingten Fettleber. Mineralstoffreiche pflanzliche Lebensmittel mit mäßigem Protein-gehalt wie Gemüse, Obst, Kartoffeln und Kräuter gelten als besonders stark basenbildend. Basisch wirken hauptsächlich Verbindungen aus Mineral-stoffen und organischen Säuren wie u. a. Calcium-carbonat und Magnesiumcitrat.

(Carnauba RA, Baptistella AB, Paschoal V et al.: Diet-induced low-grade metabolic acidosis and clinical outcomes: A review. Nutrients. 2017 May 25;9(6))

Magnesium und Vitamin B reduzieren prämenstruelle Ängste

Frauen, die zahlreiche Rollen in unserer komplexen Gesellschaft unter einen Hut bringen müssen, leiden vermehrt unter psychischem Stress. Eine systematische Übersichtsarbeit australischer Forscher, in die 14 Studien eingeflossen sind, deutet u. a. darauf hin, dass eine Kombination aus Magnesium und Vitamin B6 prämenstruelle Ängste reduzieren kann.

(McCabe D, Lisy K, Lockwood C et al.: The impact of essential fatty acid, B vitamins, vitamin C, magnesium and zinc supplementation on stress levels in women: A systematic review. JBI Database System Rev Implement Rep. 2017 Feb;15(2):402-453)