Hier finden Sie das aktuelle Medizin-Telegramm mit Nachrichten aus Gesundheit und Medizin.

Medizin-Telegramm Februar 2019

Synergistisches Zusammenspiel der Vitamine D und K

Die beiden fettlöslichen Vitamine spielen eine zentrale Rolle im Kalziumstoffwechsel. Vitamin D fördert die Produktion Vitamin K-abhängiger Proteine, die Vitamin K für die Carboxylierung benötigen, um richtig zu funktionieren. Studien weisen darauf hin, dass optimale Konzentrationen beider Vitamine sowohl für die Knochen- als auch für die kardiovaskuläre Gesundheit von Vorteil sind. In den meisten klinischen Studien wurde die Supplementierung von Vitamin D und K auf die Knochengesundheit postmenopausaler Frauen untersucht. Wenige Interventionsstudien erforschten die Supplementierung beider Vitamine in Bezug auf kardiovaskulär bezogene Auswirkungen.

Gemäß der niederländisch-österreichischen Übersichtsarbeit könnte die gemeinsame Zufuhr der Vitamine K und D daher effektiver sein, als die Einnahme der einzelnen Vitamine.

(van Ballegooijen AJ, Pilz S, Tomaschitz A et al.: The synergistic interplay between vitamins D and K for bone and cardiovascular health: A narrative review. Hindawi International Journal of Endocrinology. Vol. 2017. https://doi.org/10.1155/2017/7454376)

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Resveratrol und Insulinresistenz

Präklinische Daten und Humanstudien weisen darauf hin, dass die Supplementierung von Resveratrol zum Schutz vor Diabetes hilfreich sein kann. Verschiedene Mechanismen könnten die metabolischen Vorteile erklären, incl. der Aktivierung von Sirtuinen und Östrogenrezeptoren, um die Glukose-Transporter Typ-4 (GLUT4)-Translokation zu fördern und die Glukoseaufnahme zu erhöhen. Resveratrol kann ebenfalls die vasodilatorische Funktion verbessern. Laut einer australischen Übersichtsarbeit erhöht Resveratrol die Durchblutung der Skelettmuskulatur und fördert dadurch die Glukosezufuhr und -nutzung, was zu einer Zunahme der Insulinsensitivität führt. Somit spielen Verbesserungen des Blutkreislaufs durch vasoaktive Nährstoffe wie Resveratrol eine Rolle, um Insulinresistenzen zu verhindern oder abzuschwächen.

(Wong RHX, Howe PRC: Resveratrol counteracts insulin resistance-potential role of the circulation. Nutrients. 2018 Aug 24;10(9))

Zink: Wichtig für die angeborene Immunität und den Schutz vor  Krankheitserregern

Das essentielle Spurenelement Zink spielt eine bedeutende Rolle bei der Abwehr von Pathogenen. Zinkdefizitäre Ernährungsweisen führen zu beeinträchtigter Immunität, verzögerter Genesung und zu einem schlechteren Verlauf von Infektionen. Eine anhaltende unzureichende Zinkaufnahme bewirkt eine Fehlregulation der angeborenen Immunantwort und erhöht die Anfälligkeit für Infektionen, während eine Zink-Supplementierung bei Risikopopulationen die Abwehr wiederherstellen kann und die pathogen-bezogene Morbidität und Mortalität reduziert. Bei Infektionen verstärkt ein Zinkdefizit die Symptomatik, was exzessive Entzündungen und zusätzlich Gewebeschäden zur Folge haben kann. Zink beeinflusst, neben anderen Immunzellen, v. a. die Funktion der Makrophagen. Ein Zinkmangel wirkt sich negativ auf die Phagozytose, die intrazelluläre Vernichtung der Pathogene und die Zytokinproduktion aus.

(Sapkota M, Knoell DL: Essential role of zinc and zinc transporters in myeloid cell function and host defense against infection. J Immunol Res. 2018 Oct 17;2018:4315140)

Die Rolle des Darmmikrobioms bei der Krankheitsentwicklung oder -prävention

Es ist bereits bekannt, dass das Darmmikrobiom bei der Entwicklung oder Verhinderung diverser Erkrankungen wie Typ 2 Diabetes, Fettleber, hepatozellulären und kolorektalen Karzinomen sowie Brustkrebs involviert ist. Die Alzheimererkrankung, Osteoporose, Sarkopenie, ischämische Schlaganfälle und kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigsten Erkrankungen, die mit verringerten Alltagsaktivitäten assoziiert sind, besonders bei älteren Menschen. Neueste Analysen haben ergeben, wie wichtig die Darmflora auch zur Kontrolle dieser Erkrankungen ist. Die Zusammensetzung und Diversität der Mikrobiota ist bei Patienten mit besagten Erkrankungen und gesunden Kontrollpersonen unterschiedlich, und die adjuvante Verabreichung von Pro- oder Präbiotika hat sich bei der Behandlung der Krankheiten als effektiv erwiesen. Fazit: Neben angemessener Bewegung und gesunder Ernährung kann die Gabe von Pro- bzw. Präbiotika eine vielversprechende Strategie sein, um die Gesundheit zu erhalten und die Alltagsaktivitäten zu bewahren.

(Shimizo Y: Gut microbiota in common elderly diseases affecting activities of daily living. World J Gastroenterol. Nov 14, 2018; 24(42): 4750-4758)

Vitamin D und von-Willebrand-Faktor

Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus 14 randomisierten, kontrollierten Studien mit insgesamt 1.253 Patienten, die unter dem metabolischen Syndrom und ähnlichen Störungen litten, offenbarte, dass sich durch die Supplementierung von <= 4.000 IU/d Vitamin D, über einen Zeitraum von <= 8 Wochen, die Konzentrationen des von-Willebrand-Faktors (vWF) signifikant reduzierten. Dosierungen von > 4.000 IU/d über einen Zeitraum von > 8 Wochen hatten dagegen keinen Effekt. Die Spiegel anderer Parameter wie der Zelladhäsionsmoleküle ICAM-1, VCAM-1, E-Selectin und des Peptidhormons Endothelin änderten sich durch die Einnahme von Vitamin D nicht. Der vWF ist ein Glykoprotein, welches u. a. in Endothelzellen gebildet wird. Er ist für die normale Hämostase erforderlich. Erhöhte zirkulierende Werte bei zahlreichen kardiovaskulären, neoplastischen und Bindegewebserkrankungen entstehen vermutlich durch ungünstige Veränderungen des Endothels und können zu einem erhöhten Thromboserisiko beitragen.

(Tabrizi R, Akbari M, Lankarani KB et al.: The effects of vitamin D supplementation on endothelial activation among patients with metabolic syndrome and related disorders: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Nutr Metab (Lond). 2018 Nov 29;15:85)

Vitamin C und Helicobacter pylori (Hp)

Vitamin C kann bei Hp-Infektionen hilfreich sein, weil es die Urease inhibiert, Kollagen synthetisiert und die Prostaglandin-Synthese stimuliert. Die Urease stellt bei Hp einen wichtigen Virulenzfaktor dar. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Vitamin C, wenn es mit Antibiotika eingenommen werden, die Wirksamkeit der Eradikationstherapie bei  infizierten Patienten erhöhen kann. Präventiv kann Vitamin C eingesetzt werden, weil es antioxidativ und immunstimulierend wirkt.

(Hussain A, Tabrez E, Peela J et al.: Vitamin C: A preventative, therapeutic agent against Helicobacter pylori. Cureus. 2018 Jul 30;10(7):e3062)