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Medizin-Telegramm September 2017

Lavendelölaroma hilfreich im Wochenbett

In einer randomisierten, klinischen, iranischen Studie mit 56 erstmals Gebärenden, erhielten 29 Frauen aus der Interventionsgruppe, während der ersten 24 Stunden nach der Entbindung, dreimal eine Aromabehandlung mit Lavendelöl, während die restlichen 27 in der Kontrollgruppe Sesamöl bekamen. Die Aromatherapie mit Lavendelöl verbesserte im Gegensatz zur Kontrollgruppe sowohl das körperliche, als auch das psychische Befinden der jungen Mütter.

(Vaziri F, Shiravani M, Najib FS, et al.: Effect of lavender oil aroma in the early hours of postpartum period on maternal pains, fatigue and mood: A randomized clinical trial. Int J Prev Med. 2017 May 4;8:29)

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Magnesium senkt Frakturrisiko

An einer großen, prospektiven Kohortenstudie nahmen 1577 Männer und 2071 Frauen, mit einem Durchschnittsalter von 60,6 Jahren teil. Während der Follow-Up-Periode von 8 Jahren wurde bei 198 Männern und 368 Frauen ein neuer Knochenbruch diagnostiziert. Männer und Frauen mit der höchsten Magnesiumzufuhr hatten ein signifikant geringeres Frakturrisiko. Eine höhere diätetische Aufnahme an Magnesium (incl. Supplementen) hatte einen protektiven Effekt auf osteoporotische Frakturen, besonders bei Frauen mit einem hohen Risiko für Kniearthrosen. Die Frauen, deren Magnesiumversorgung innerhalb der empfohlenen Referenzwerte lag, scheinen ein geringeres Frakturrisiko zu haben.

(Veronese N, Stubbs B, Solmi M, et al.: Dietary magnesium intake and fracture risk: Data from a large prospective study. Br J Nutr. 2017;117(11):1570-1576)

Zink bei Depressionen und Psychosen

Zink ist essentiell für alle physiologischen Systeme, einschließlich neuronaler Funktionen. Immer mehr Arbeiten deuten darauf hin, dass der Zink-Homöostase eine Schlüsselrolle bei Depressionen und Psychosen zukommt. Ein intrazellulärer Mangel kann u. a. die Folge von geringen zirkulierenden Zinkkonzentrationen aufgrund einer diätetischen Unterversorgung oder einer beeinträchtigten Aufnahme im Alter bzw. wegen Erkrankungen wie der Alkoholsucht sein.

Zudem beeinflussen diverse Medikamente, die auch psychiatrische Patienten zuweilen einnehmen, incl. Antikonvulsiva, orale Antidiabetika, Hormone, Antazida, Antiphlogistika etc. die Zinkaufnahme. Klinische Studien zeigen günstige Effekte von Zink-Supplementen bei Depressionen. Meta-Analysen unterstützen den adjuvanten Einsatz von Zink bei schweren depressiven Episoden, und eine Studie befürwortet die Verwendung von Zink bei psychotischen Symptomen.

(Petrilli MA, Kranz TM, Kleinhaus K, et al.: The emerging role for zinc in depression and psychosis. Front Pharmacol. 2017 Jun 30;8:414)

Alpha-Liponsäure besitzt vielfältige Wirkungen

Eine italienische Übersichtsarbeit bescheinigt der Substanz alpha-Liponsäure antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Zudem soll sie wegen ihrer Fähigkeit, die intrazellulären Glutathionspiegel zu erhöhen, direkt und indirekt toxische Metalle chelatieren können. Chelatoren haben die Fähigkeit, in Lösung vorkommende freie Ionen zu binden und damit chemisch zu inaktivieren, d. h. die Metallionen werden aus der Lösung heraus komplexiert, wodurch ihre toxische Wirkung auf den Organismus unterbunden wird. Außerdem kann alpha-Liponsäure endogenes Glutathion (GSH) recyceln. Bei einigen Krankheiten, incl. neurodegenerativen Störungen, schützt alpha-Liponsäure vor oxidativen Schäden. Ferner gibt es Evidenz dafür, dass alpha-Liponsäure die Glukosewerte bei Diabetikern senkt. Die Supplementierung von alpha-Liponsäure hat ebenfalls günstige Effekte auf den Rückgang der mitochondrialen Funktion und auf oxidativen Stress, der mit einigen Erkrankungen und dem Alterungsprozess assoziiert wird. Daher halten die italienischen Forscher die Verwendung von alpha-Liponsäure als potenziellen therapeutischen Wirkstoff für sehr vielversprechend.

(Tibullo D, Li Volti G, Giallongo C et al.: Biochemical and clinical relevance of alpha lipoic acid: antioxidant and anti-inflammatory activity, molecular pathways and therapeutic potential. Inflamm Res. 2017 Jul 4. doi: 10.1007/s00011-017-1079-6)

Vitamin D-Mangel bei bestimmten Berufsgruppen häufig

Vitamin D-Mangel ist weltweit verbreitet, aber einige Berufs-Gruppen haben offenbar ein höheres Risiko. In einer systematischen Übersichtsarbeit untersuchten kanadische Forscher den Vitamin D-Status bei Personen, die in unterschiedlichen Berufen tätig waren. Es zeigte sich, dass im Vergleich zu “Outdoor”-Berufstätigen, solche die drinnen arbeiten, niedrigere 25-Hydroxyvitamin D-Spiegel hatten. Ein Vitamin D-Mangel (< 50 nmol/L) war bei Schichtarbeitern (80 %) und Menschen, die in geschlossenen Räumen arbeiten (78 %) häufig. Bei Beschäftigten im Gesundheitswesen (z. B. Krankenschwestern, praktizierende Ärzte etc.) wurde bei 43 bis 72 % ein Vitamin D-Mangel festgestellt. Im Vergleich dazu wiesen aber immerhin noch 48 % der Personen, die draußen arbeiteten, ein Vitamin D-Defizit auf. (Sowah D, Fan X, Dennett L et al.: Vitamin D levels and deficiency with different occupations: A systematic review. BMC Public Health. 2017 Jun 22;17(1):519)

Probiotika, Präbiotika und Synbiotika bei Hauterkrankungen

Eine US-amerikanische Arbeit, in die 12 Studien eingeflossen sind, zeigt, dass sich durch die Supplementierung von Pro- und Präbiotika bei Erwachsenen, die Symptome der atopischen Dermatitis, die Lebensqualität der Patienten oder die Schwere der Erkrankung in 6 von 9 Studien verbesserten. In einer Studie mit Psoriasis-Betroffenen sanken die Entzündungsmarker, und in einer weiteren Studie erwies sich der adjuvante Einsatz von Probiotika bei Akne als hilfreich.

(Notay M, Foolad N, Vaughn AR, et al.: Probiotics, prebiotics, and synbiotics for the treatment and prevention of adult dermatological diseases. Am J Clin Dermatol. 2017 Jul 5. doi:10.1007/s40257-017-0300-2)