Medizin-Telegramm Januar 2020

Die Rolle von Vitamin K2 im Knochenstoffwechsel

Das fettlösliche Vitamin ist vor allem bei der Behandlung von Knochenverlust wirksam und sicher, weil es zur strukturellen Integrität von Osteocalcin beiträgt, dem wichtigsten nicht-kollagenen Protein, das typischerweise in der Knochenmatrix zu finden ist. Einige Studien belegen, dass eine geringe Vitamin K2-Zufuhr mit Knochenverlust verbunden ist und das Risiko für Frakturen bei beiden Geschlechtern erhöht. Vitamin K2 kann alleine oder mit Kalzium, Vitamin D sowie Medikamenten eingesetzt werden, um die Knochenqualität/Festigkeit vor einem skelettalen Abbau nach der Menopause und/oder bei Patienten mit sekundärer Osteoporose zu bewahren.

(Capozzi A, Scambia G, Lello S et al.: Role of vitamin k2 in bone metabolism: A point of view and a short reappraisal of the literature. Gynecol Endocrinol, 1-4. 2019 Nov 12. Doi: 10.1080/09513590.2019.1689554)

Zink und entzündliche Hauterkrankungen

Zink wird bei Patienten mit Akne vulgaris wegen seiner entzündungshemmenden Effekte genutzt. Eine systematische Übersichtsarbeit, in die 22 Arbeiten eingeflossen sind, ergab, dass eine Supplementierung mit Zink in 10 von 14 Studien bei Akne vulgaris von Vorteil war, in einer von 2 Studien bei atopischer Dermatitis, in einer von 1 Studie bei Windeldermatitis und in drei von 3 Studien bei Hidradenitis suppurativa (Akne inversa).

(Dhaliwal S, Nguyen M, Sivamani RK et al.: Effects of zinc supplementation on inflammatory skin diseases: A systematic review of the clinical evidence. Am J Clin Dermatol. DOI: 10.1007/s40257-019-00484-0. 2019 Nov 19)

Vitamin D und bakterielle Infektionen

Besonders aufgrund der zunehmenden Antibiotikaresistenzen sind neue Antibiotika-unabhängige, antiinfektiöse Strategien dringend notwendig. Vitamin D wirkt nicht nur immunmodulierend. In-vitro und klinische Studien, die zwischen 2009 und 2019 durchgeführt wurden, haben ergeben, dass Vitamin D zudem antimikrobielle Effekte ausübt und zwar sowohl auf grampositive als auch gramnegative Bakterien. Die potenziellen antiinfektiösen Eigenschaften von Vitamin D bei Antibiotika-unabhängigen Anwendungen und/oder als Ergänzung zu Antibiotika bei Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Helicobacter pylori-Infektionen, Hauterkrankungen etc. sollten daher in Betracht gezogen werden, so Forscher der Charité in Berlin.

(Golpour A, Bereswill S, Heimesaat MM: Antimicrobial and immune-modulatory effects of vitamin D provide promising antibiotics – independent approaches to tackle bacterial infections – lessons learnt from a literature survey. Eur J Microbiol Immunol (Bp), 9(3), 80-87, 2019 Aug 13)

B-Vitamine verbessern Therapieergebnis bei komplizierter vulvovaginaler Candidiasis

Die adjuvante Einnahme eines Vitamin B-Komplexes zur konventionellen Therapie mit antimykotischen Cremes und Zäpfchen kann das Behandlungsergebnis bei komplizierten vaginalen Pilzinfektionen verbessern. In einer randomisierten, chinesischen Interventionsstudie erhielten insgesamt 158 betroffene Frauen entweder Zäpfchen und orale Antimykotika (Gruppe A) oder Zäpfchen und eine vaginale Creme (Gruppe B) oder Zäpfchen, eine vaginale Creme und einen Vitamin B-Komplex (Gruppe C). Es zeigte sich, dass der Therapieerfolg in der B-Vitamin-Gruppe signifikant besser war, als in den beiden anderen Gruppen.

(Sun M-G, Huang Y, Cao Y-X et al.: Efficacy of vitamin B complex as an adjuvant therapy for the treatment of complicated vulvovaginal candidiasis: An in vivo and in vitro study. Biomed Pharmacother, 88, 770-777, April 2017)

Zink, Kupfer, Eisen, Selen und kardiovaskuläres Risiko

Selen sind essentielle, antioxidative Mikronährstoffe, die vermutlich die kardiovaskuläre Gesundheit verbessern können. In einer Studie, an der insgesamt 7.597 gesunde erwachsene US-Amerikaner teilnahmen (3.673 Männer und 3.924 Frauen), hatten 15,9 % der Probanden ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Studienautoren fanden eine negative Korrelation zwischen der Zufuhr an Zink, Kupfer, Eisen und Selen und dem Gesamtcholesterol/HDL-Cholesterol-Verhältnis, das als Risikomarker für kardiovaskuläre Erkrankungen gilt. Ein Quotient von mindestens 5 zeigt ein hohes Risiko an. Die Zufuhr der 4 Spurenelemente war also invers mit dem Risiko assoziiert, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln, d. h. die genannten Spurenelemente können diesem Risiko offenbar entgegenwirken.

(Ma X, Jiang S, Li B et al.: Association between copper, zinc, iron, and selenium intakes and TC/HDL-C ratio in US adults. Biol Trace Elem Res. DOI: 10.1007/s12011-019-01979-x. 2019 Nov 19)

Sojaisoflavone und kognitive Funktion

In einer US-amerikanischen systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus 16 randomisierten, kontrollierten Studien mit insgesamt 1.386 Teilnehmern im Durchschnittsalter von 60 Jahren verbesserten Sojaisoflavone die kognitive Funktion insgesamt und das Gedächtnis der Probanden.

(Cui C, Birru RL, Snitz BE et al.: Effects of soy isoflavones on cognitive funtion: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Nutr Rev. 2019 Sep 4. doi: 10.1093/nutrit./nuz050)

Curcumin und endotheliale Funktion

Eine gestörte endotheliale Funktion ist ein wichtiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Curcumin könnte geeignet sein, um Komplikationen kardiovaskulärer Erkrankungen zu mindern. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus 10 randomisierten, kontrollierten Studien ergab, dass die flussvermittelte Dilatation (FMD) nach Curcumin-Supplementierungen signifikant zunahm. Die FMD ist ein sensitiver Biomarker für den Zustand der Gefäßfunktion bzw. zur Beurteilung des kardiovaskulären Risikos.

(Hallajzadeh J, Milajerdi A, Kolahdooz F et al.: The effects of curcumin supplementation on endothelial function: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Phytotherapy Research, Vol 33, Issue 11. 18 Aug. 2019)