Medizin-Telegramm Februar 2021

Resveratrol und CRP bei Typ-2-Diabetes

Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein Entzündungsmarker, der von den Leberzellen gebildet wird.Typ-2-Diabetiker haben häufig erhöhte CRP-Werte. Laut einer iranischen, systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus 6 randomisierten, kontrollierten Studien mit insgesamt 491 Probanden reduzierten sich durch eine Supplementierung mit Resveratrol die CRP-Spiegel bei den Typ-2-Diabetikern signifikant.

(Hosseini H, Koushki M, Khodabandehloo H et al. The effect of resveratrol supplementation on C-reactive protein (CRP) in type 2 diabetic patients: Results from a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Complement Ther Med. 2020 Mar;49:102251)

Vitamine D und K und kardiovaskuläre Gesundheit

In einer koreanischen Studie mit 1.167 Erwachsenen waren geringere Selenkonzentrationen in den Haaren der Teilnehmer, unabhängig von anderen Osteoporose-Risikofaktoren, mit einer verminderten Knochendichte verbunden, die als der häufigste Osteoporose-Marker gilt.

(Park K-C, Kwon Y, Lee Y et al. Low selenium levels are associated with decreased bone mineral densities. J Trace Elem Med Biol. 2020 Apr 21;61:126534).

In einer taiwanesischen Arbeit ging eine gute Selenversorgung mit einer besseren Knochendichte und weniger Knochenbrüchen einher.

(Wu C-C, Wang C, Yang A-M et al. Selenium status is independently related to bone mineral density, FRAX score, and bone fracture history: NHANES, 2013 to 2014. Bone. 2020 Sep 10;115631).

Die Böden in Deutschland sind gewöhnlich arm an Selen, weshalb eine ausreichende Versorgung über die Nahrung nicht immer gesichert ist, so eine deutsche Arbeit.

(Müller SM, Dawczynski C, Wiest J et al. Functional biomarkers for the selenium status in a human nutritional intervention study. Nutrients. 2020 Mar 2;12(3):676).

Vitamin K2 und Typ-2-Diabetes

Ein Vitamin D-Mangel wird mit arterieller Hypertonie, Typ-2-Diabetes, linksventrikulärer Hypertrophie und mit einer höheren Herzinsuffizienz-Inzidenz assoziiert. Vorherige Studien wiesen auf einen synergistischen Effekt der Vitamine D und K auf die kardiovaskuläre Gesundheit hin, da Vitamin D die Produktion von Vitamin K-abhängigen Proteinen fördert. In einer prospektiven, niederländischen Beobachtungsstudie mit 601 Teilnehmern der Hoorn-Studie (Durchschnittsalter: 70 plus/minus 6 Jahre, 50,4 % Frauen, BMI: 27,2 plus/minus 4,0 kg/m²) war eine Kombination aus einem niedrigen Vitamin D- und K-Status mit einem ungünstigen, kardialen Umbau und einem erhöhten Gesamt-Mortalitätsrisiko assoziiert. Zukünftige Studien sollten nun untersuchen, ob eine Supplementierung mit den Vitaminen D und K helfen könnte, die kardiovaskuläre Gesundheit zu verbessern und das kardiovaskuläre Risiko zu senken, so die Forscher.

(Dal Canto E, Beulens JWJ, Elders P et al. The association of vitamin D and vitamin K status with subclinical measures of cardiovascular health and all-cause mortality in older adults: The Hoorn study. The Journal of Nutrition. Vol. 150, Issue 12, Dec. 2020)

Update: Die vielschichtigen Ebenen der Zink-vermittelten Immunregulierung

Forscher der RWTH Aachen um Prof. Dr. Lothar Rink stellten bei Zinkdefiziten eine Erhöhung des Quotienten aus myeloischen und lymphatischen Immunzellen fest. Dies führt zu einem gestörten Gleichgewicht pro- und anti-inflammatorischer Prozesse sowie zu Toleranzmängeln bei Infektionen. Anstatt den Körper wirksam vor eindringenden Pathogenen zu schützen, wird dadurch häufig ein Schaden der Wirtszellen beobachtet. Das erklärt die vermehrte Infektanfälligkeit und die schweren Krankheitsverläufe bei Personen mit einem Zinkdefizit sowie die Assoziation zwischen Autoimmunerkrankungen und niedrigen Zinkwerten.

(Wessels I, Fischer HJ, Rink L: Update on the multi-layered levels of zinc-mediated immune regulation. Semin Cell Dev Biol. 2020 Dec 12;S1084-9521(20)30172-5)

Fast Food-Verpackungen und Mikronährstoffdefizite

Fast Food ist sowieso schon arm an Mikronährstoffen. Die Verpackungen scheinen dies noch zu verschlimmern. Viele To-Go-Verpackungen bestehen aus Kunststoff oder aus Papier mit einer Kunststoffbeschichtung.

Die tägliche Verwendung von Plastik in Verbindung mit heißen Lebensmitteln war in einer Studie mit erhöhten Konzentrationen an Thyreoidea-stimulierendem Hormon (TSH), Homocystein (HCY) und HbA1C sowie mit verminderten Spiegeln an Vitamin E, Zink und Selen assoziiert.

(Alharbi MH, Mumena WA, Hammouda SA: Use of plastics with hot food among Saudi pregnant women is associated with increased concentrations of A1C, thyroid-stimulating hormone and homocysteine and decreased concentrations of vitamins and minerals. Nutrients. 2020 Aug 27;12(9):E2609)

Niedriger Vitamin D-Status bei Krebspatienten in unterfränkischer Klinik

Vitamin D wirkt bei allen kennzeichnenden Merkmalen einer Krebserkrankung mitregulierend. Das Ziel dieser Studie war deshalb, den Vitamin D-Status einer Kohorte von Krebspatienten aus einer Klinik in Unterfranken zu erheben. Methoden: Bei 116 Patienten wurde innerhalb prospektiver Studien die 25-Hydroxyvitamin D- Konzentration bestimmt. Assoziationen zwischen Vitamin D und anthropometrischen sowie Blutparametern wurden mittels Kendall’s Korrelationskoeffizienten τ und linearer Regression untersucht. Ergebnisse: Insgesamt wiesen 57 Patienten (49,1 %) einen Vitamin D-Mangel (< 20 ng/mL) auf und 92,2 % lagen unterhalb des empfohlenen Vitamin D-Spiegels von 40 ng/mL. Die Forscher fanden eine starke negative Korrelation zwischen Vitamin D und der Anzahl an Leukozyten sowie C-reaktivem Protein. Die wichtigsten Variablen zur Vorhersage des Vitamin D-Wertes in der linearen Regression waren (der Wichtigkeit nach) die Jahreszeit, der Fettmasseindex, die Thrombozyten- und die Leukozyten-Zahl. Schlussfolgerungen: Trotz dringender Appelle an medizinische Fachgesellschaften vor über 10 Jahren etwas gegen den weitverbreiteten Vitamin D-Mangel zu unternehmen, zeigen die Studiendaten, dass diesbezüglich immer noch enormer Handlungsbedarf besteht. Niedrige Vitamin D-Spiegel bei Tumorpatienten sollten mittels vernünftiger Sonnenexposition und Nahrungsergänzungsmitteln behoben werden.

(Klement RJ, Koebrunner PS, Krage K et al. Low vitamin D status in a cancer patient population from Franconia, Germany. Complement Med Res. 2020 Dec. 14;1-7)

Daten einer deutschen Multi-Center-Kohorten-Analyse mit 225 Patienten, die an unterschiedlichen Knochentumoren (maligne und benigne) litten, bestätigen die Ergebnisse.

(Horas K, van Herck U, Maier GS et al. Does vitamin D deficiency predict tumour malignancy in patients with bone tumours? Data from a multi-center cohort analysis. J Bone Oncol. 2020 Oct 21;25:100329)

Magnesium und Molar-Entfernung

Schmerzen und Trismus sind die häufigsten postoperativen Komplikationen bei der Entfernung des unteren dritten Molars. In einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten, klinischen, kroatischen Studie mit 80 Probanden, die vor oder nach der chirurgischen Entfernung des unteren dritten Molars, oral verabreichtes Magnesiumcitrat (entweder zum Einnehmen oder als Lutschtablette) erhielten, reduzierten sich in der postoperativen Periode die Schmerzintensität und der Trismusgrad signifikant.

(Jerkovic D, Tadin A, Gavic L et al. Effect of orally administered magnesium on postoperative pain level and trismus after surgical removal of the lower third molars: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Clin Oral Investig. 2020 Dec;24(12):4649-4659)

In einer Studie mit 14 gesunden Männern zeigte Magnesiumcitrat eine höhere Bioverfügbarkeit als Magnesiumoxid.

(Werner T, Kolisek M, Vormann J et al. Assessment of bioavailability of Mg from Mg citrate and Mg oxide by measuring urinary excretion in Mg-saturated subjects. Magnes Res. 2019 Aug 1;32(3):63-71)