Häufig abgekürzt als Zinkverband, gehört der Zinkleimverband zum traditionellen Repertoir von Orthopäden und Chirurgen, aber auch Freizeitsportler wissen die stabilisierende Wirkung zu schätzen.

Inhaltverzeichnis:

  1. Anwendungsgebiete Zinkverband
  2. Wirkungsweise Zinkverband
  3. Zinkverband richtig anlegen

Wann wird der Zinkverband angewendet?

Der Zinkleimverband wird angewendet bei:

  • entzündlichen Erkrankungen, wie zum Beispiel Sehnenscheiden- oder Schleimbeutelentzündungen, z. B. Knie oder Handgelenk.
  • Abflusshinderung in den Beinvenen (chronisch-venöse Insuffizienz)

Für Stütz- und Entlastungsverbände

  • Verdrehung, Zerrung, Verstauchung
  • Ausrenkung, Auskugelung (Luxationen)
  • Sehnenscheidenentzündung
  • Weiterbehandlung nach Gipsversorgungen
  • Schwellungen mit Wassereinlagerung (posttraumatischen Ödemen)

Besonders bei Erkrankungen oder Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates:

  • Als alleinige Behandlung: Bei leichten Verletzungen (z. B. Prellungen, Verstauchungen) mit Schwellungen, die nicht auf Rissen oder Brüchen beruhen; in diesem Fall kann der Patient den Verband selbst anlegen. Bei der Erstversorgung, z. B. einer Knieverletzung, kann der Zinkverband Folgeschäden vorbeugen, da Verletzungsödeme oft zu weiteren Gewebeschäden führen.
  • Zur ergänzenden Therapie nach Operationen aufgrund einer Verletzung der Bänder, Sehnen oder des Gewebes; in diesem Fall oder bei mittleren bis schweren Verletzungen wird der Verband vom Arzt angelegt.

Wirkungsweise eines Zinkverbandes

Frauenarm mit ZinkverbandZinkverbände, die man gebrauchsfertig in Apotheken bekommt, bestehen aus Zinkoxid, Wasser, einem Bindemittel (Gelatine) sowie elastischem Verbandsmaterial (Mullbinden). Der Zinkleim wirkt kühlend auf das betroffene Körperteil, und das elastische Verbandsmaterial beugt der Bildung von Schwellungen vor. Der Verband wirkt also generell abschwellend und stabilisierend. Durch die leicht kühlenden Eigenschaften wird er von den meisten Patienten gut toleriert bzw. sogar als sehr angenehm empfunden.

Bei Verletzungen, insbesondere der Gelenke, empfiehlt sich immer die Rücksprache mit einem Arzt. Handelte es sich jedoch um Schwellungen, nicht um einen Bänderriss oder einen Bruch, kann der Zinkleimverband u. U. schon ausreichen.

Zinkverband richtig anlegen

Um allergische Hautreaktionen zu verhindern, und weil der Verbandwechsel besonders an behaarten Stellen für den Patienten sehr unangenehm sein kann, wird vor dem Anlegen des Verbandes eine Schlauchbinde beispielsweise über das Knie gezogen. Dann wird der Verband kurz erwärmt und fest, aber nicht abschnürend, um das Knie gewickelt. Eingeschlossen werden sollte ein Bereich ab circa fünf Zentimetern oberhalb bis fünf Zentimetern unterhalb des Knies. Den Abschluß bildet eine trockene Mullbinde.

Wichtig: Bei Taubheitsgefühl, wenn ein Blutstau entsteht oder bei anderen Hinweisen auf eine Mangeldurchblutung innerhalb der nächsten Tage nach Anlegen des Verbandes, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden.

Nach spätestens fünf Tagen sollte der Verband gewechselt werden. Ist die Schwellung bereits vorher zurückgegangen, und der Verband hat sich dadurch gelockert, kann er schon vorher mit einer Verbandschere entfernt werden. Wenn die Schwellung noch nicht ganz verschwunden ist, kann ein neuer Verband angezeigt sein.

Da Zinkverbände weiße Flecken auf Fußböden, Kleidungsstücken und Möbeln verursachen können, sollte das Anlegen vorsichtig erfolgen und stets eine Schüssel mit Wasser bereitstehen.

Die Anwendung eines Zinkleimverbandes kann einen Arztbesuch nicht ersetzen!

Text u. a. von Heike Lück-Knobloch (Heilpraktikerin / Medizin-Journalistin)

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