Hier finden Sie das aktuelle Medizin-Telegrammm mit Nachrichten aus Gesundheit und Medizin.

Medizin-Telegramm April 2017

 

Vitamin D-Supplementierung verhindert akute Atemwegsinfektionen

Darauf weist eine länderübergreifende, systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus 25 randomisierten, kontrollierten Studien mit insgesamt 11.321 Teilnehmern im Alter von 0 bis 95 Jahren hin. Die Evidenz der Arbeit wird als qualitativ hochwertig eingestuft. In einer Subgruppen-Analyse wurden protektive Effekte bei Probanden beobachtet, die täglich oder wöchentlich Vitamin D einnahmen, ohne ergänzende Bolus-Dosen, jedoch nicht bei Teilnehmern, die eine oder mehrere Bolus-Gaben erhielten, d. h. die tägliche oder wöchentliche Einnahme niedrig dosierter Präparate scheint der Gabe hochdosierter Bolusgaben überlegen zu sein. Von denen, die täglich oder wöchentlich Vitamin D zuführten, waren die schützenden Effekte stärker bei Personen, die zu Beginn 25-Hydroxy-Vitamin D-Werte von < 25 nmol/L aufwiesen, als bei denen, deren Konzentrationen initial bei mindestens 25 nmol/L lagen. Zudem erwies sich die Vitamin D-Supplementierung als sicher. Akute Atemwegsinfektionen haben allein im Jahr 2013 weltweit bei 2,65 Millionen Patienten zum Tode geführt. Vitamin D3 Köhler 2000 IE liefert pro Kapsel 50 µg Vitamin D3 und eignet sich zur täglichen Einnahme, während Debora® 5.600 IE pro Kapsel 140 µg enthält und nur einmal wöchentlich eingenommen wird. In beiden Präparaten liegt das Vitamin in nativem Leinsamenöl gelöst vor.

(Martineau, AR.; Joliffe, DA.; Hooper, RL.; et. al.: Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data. BMJ. 2017 Feb 15;356:i6583)

 

Atemwegsinfektionen

Laut einer aktuellen Studie erhöhen NSAID das Herzinfarktrisiko. Vorherige Studien deuteten bereits darauf hin, dass sowohl akute Atemwegsinfektionen (ARI) als auch die Einnahme nicht-steroidaler Antiphlogistika (NSAID wie z. B. Ibuprofen) akute Myokardinfarkte triggern können. In einigen Ländern werden diese Arzneimittel Patienten mit akuten Infekten des Respirationstraktes von Ärzten zur Linderung der Symptome verordnet. Viele Betroffene kaufen sich die Entzündungshemmer aber auch selber in der Apotheke. In der aktuellen taiwanesischen Studie mit 9.793 Patienten, die wegen eines Herzinfarktes hospitalisiert wurden, zeigte sich, dass die Einnahme von NSAID während eines ARI mit einem 3,4-fach erhöhten Herzinfarktrisiko assoziiert war, während ARI ohne den Gebrauch von NSAID mit einem 2,7-fach gestiegenen Myokardinfarktrisiko verbunden waren. Die Anwendung von NSAID, ohne dass ein akuter Atemwegsinfekt vorgelegen hat, war mit einem 1,5-fach gestiegenen Herzinfarktrisiko assoziiert. Die Forscher schlussfolgern daraus, dass der Einsatz von NSAID während ARI-Episoden, und zwar besonders die parenterale Zufuhr, mit einer weiteren Risikoerhöhung verbunden ist.

(Wen, YC.; Hsiao, FY.; Chan, KA.; et. al.: Acute respiratory infection and use of non-steroidal anti-inflammatory drugs on risk of acute myocardial infarction: A nationwide case-crossover study. J Infect Dis (2017) jiw603. Publ. 01.02.2017)

Um derartige Risiken zu vermeiden, könnten z. B. Arzneimittel mit dem Spurenelement Zink hilfreich sein. Denn eine aktuelle, polnische Arbeit weist darauf hin, dass Zink neben antioxidativen auch anti-inflammatorische Effekte besitzt. Ein Zinkmangel, im Rahmen einer bestehenden schweren Infektion, löst eine vermehrte systemische NF-κB-Aktivierung aus. Unizink® 50 versorgt den Körper mit Zink-Aspartat in Form von magenschonenden Tabletten.

(Jarosz, M.; Olbert, M.; Wyszogrodzka, G.; et. al.: Antioxidant and anti-inflammatory effects of zinc. Zinc-dependent NF-κB signaling. Inflammopharmacology. 2017 Jan 12. doi: 10.1007/s10787-017-0309-4)

 

Die Effekte von Coenzym Q10 (CoQ10) auf Entzündungsmarker

Chronische Entzündungen tragen zum Ausbruch und zur Entwicklung metabolischer Erkrankungen bei. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus 17 randomisierten, kontrollierten Studien deutet darauf hin, dass eine Supplementierung mit CoQ10 sowohl die CRP-, als auch die IL-6- und TNF-α-Werte signifikant senken kann. Die Änderungen der CRP-Spiegel waren unabhängig von den Ausgangswerten, der Behandlungsdauer, der Dosis und den Besonderheiten der Patienten. Höhere initiale IL-6-Werte waren mit signifikant größeren CoQ10-Effekten auf die IL-6-Konzentrationen assoziiert. Cuvital® liposomal 100 enthält pro Fläschchen 100 mg gut bioverfügbares CoQ10.

(Fan, L., Feng, Y, Chen, GC.; et. al.: Effects of coenzyme Q10 supplementation on inflammatory markers: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Pharmacol Res. 2017 Feb 5;199:128-136)

 

Deutsche Frauen haben niedrigen Ω-3-Fettsäure-Status 

Langkettige Ω-3-Fettsäuren haben günstige Effekte auf die kardiovaskuläre Gesundheit und den kognitiven Abbau. Mehrere Studien haben gezeigt, dass der Ω-3-Fettsäure-Status beim weiblichen Geschlecht in westlichen Ländern suboptimal ist. In der bundesweiten, deutschen Querschnittsstudie VitaMinFemin wurden bei 446 Frauen im Alter von 40 bis 60 Jahren die Fettsäurekonzentrationen in den Erythrozyten-Membranen bestimmt. Insgesamt 62,8 % der Teilnehmerinnen hatten einen niedrigen Fettsäure-Index (> 4 – 6 %), der durch das Alter und Rauchen beeinflusst wird. Geringfügig höhere Werte wiesen Frauen auf, die mindestens 50 Jahre alt waren sowie Nicht-Raucherinnen. Probandinnen, die hormonelle Kontrazeptiva einnahmen, zeigten niedrigere EPA-Werte, ein geringeres EPA/alpha-Linolensäure-Verhältnis und ein höheres DHA/EPA-Verhältnis als Frauen, die nicht mit hormonellen Kontrazeptiva verhüteten. Der niedrige Ω-3-Fettsäure-Status beim weiblichen Geschlecht  im mittleren Alter ist mit einem erhöhten Risiko für kardio-vaskuläre und möglicherweise auch anderen Erkrankungen verbunden und sollte daher verbessert werden. Weitere Studien sind notwendig, um den Einfluss von Östrogen auf den Ω-3-Fettsäure-Status zu bestimmen. Vitazell®-Omega versorgt den Organismus mit mindestens 167 mg EPA, mindestens 334 mg DHA und 24,2 mg natürlichem antioxidativ wirkendem Vitamin E pro Tagesdosis (= 2 Kapseln). Das darin enthaltene Ω-3-Öl wird aus der Mikroalge Schizochytrium gewonnen. Es ist besonders reich an EPA und DHA, geschmacksneutral, frei von Gentechnik, Fischproteinen und dem umstrittenen Farbstoff Sulfitlaugen-Zuckerkulör. Die Mikroalgen wurden nicht im Meer geerntet, sondern in speziellen Behältern kultiviert, damit sie keine Toxine enthalten.

(Gellert, S.; Schuchardt, JP.; Hahn, A.: Low long chain omega-3 fatty acid status in middle-aged women. PLEFA: DOI: 10.1016/j.plefa.2017.01.009)

 

Selenstatus und Prostatakrebsrisiko

Einige Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass erhöhte Serum-Selen-Werte mit einem reduzierten Prostatakrebsrisiko assoziiert sind. Aber nicht alle publizierten Studien unterstützen diese Ergebnisse. Eine chinesische Meta-Analyse aus 17 Studien ergab in einer Subgruppen-Auswertung, eine inverse Assoziation zwischen Serum-Selen-Werten und dem Prostatakrebsrisiko in allen Fallkontrollstudien sowie bei gegenwärtigen und früheren Rauchern, bei hochgradigen Tumoren, fortgeschrittenen Neoplasien und in unterschiedlichen Populationen. Solche Korrelationen wurden bei Subgruppen in Kohortstudien, bei Nichtrauchern, niedriggradigen Tumoren und Neoplasien im Frühstadium nicht gefunden. Abschließend deuten die Resultate auf eine inverse Beziehung zwischen den Serum-Selen-Spiegeln und dem Prostatakrebsrisiko hin. Uniselen® 100 NE liefert 100 µg Selen pro Tablette während Uniselen® 200 NE entsprechend 200 µg enthält.

(Cui, Z.; Liu, D.; Liu, C.; et. al.: Serum selenium levels and prostate cancer risk: A MOOSE-compliant meta-analysis. Medicine (Baltimore). 2017 Feb;96(5):e5944)